Am 28. April, dem Tag der Pressefreiheit, haben wir als Klasse den Campus für Demokratie besucht. Dort befand sich früher die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi).
Zu Beginn haben wir eine Umfrage gemacht. Was verstehen wir unter Pressefreiheit? Viele nannten Begriffe wie „Meinungsfreiheit“ „Demokratie“. Das zeigt, dass wir Pressefreiheit heute vor allem mit Offenheit verbinden.
Im Laufe des Tages haben wir aber gemerkt, dass das nicht immer selbstverständlich war. Während des Workshops wurde deutlich, wie stark Medien in der DDR kontrolliert wurden. Die Stasi überwachte, was veröffentlicht werden durfte. Kritische Themen wurden oft weggelassen oder so dargestellt, dass sie zur Meinung des Staates passten. Auch Quellen wurden nicht kritisch geprüft, sondern häufig gezielt ausgewählt oder sogar beeinflusst.
Ein besonders eindrückliches Beispiel dafür ist Peter Fechter. Er wurde 1962 bei einem Fluchtversuch an der Berliner Mauer angeschossen und starb im Grenzstreifen. In westlichen Medien wurde sein Tod als tragisches Beispiel für die Brutalität an der Mauer dargestellt. In der DDR hingegen wurde der Vorfall entweder verschwiegen oder anders dargestellt.
Teilweise wirkte es in Berichten so, als wäre er einfach ein „Flüchtling“, der selbst schuld an seiner Situation ist, oder der Vorfall wurde stark verharmlost. Das zeigt, dass Nachrichten je nach Perspektive sehr unterschiedlich wirken können. Heute ist Pressefreiheit ein zentrales Recht.
Deshalb sollte man auch bei heutigen Nachrichten, vor allem im Internet, vorsichtig sein. Nicht alles, was man liest, ist automatisch richtig. Es ist wichtig zu schauen, woher die Information kommt, ob es mehrere Quellen gibt und ob die Darstellung vielleicht einseitig ist.