„Schlag die Tür nicht zu, lehn sie nur an, / ist alles – was man noch sagen kann, / denn das – was einst geschah, / ist noch immer nah!“

Mit diesen Worten beginnt die berührende Ballade vom Leben und vom grausamen Tod der Familie Fischl aus Kaulsdorf.

Elsa, Ilse, Emil und seine ganze Familie haben ein ganz normales Leben am Stadtrand von Berlin geführt bis zu dem Tag im Jahr 1943, an dem sie von der Gestapo abgeholt und nach Auschwitz deportiert wurden. Dort verliert sich ihr Spur, dort endet ihre Geschichte.

„Elsa – Mein Name ist Elsa Veronika Fischl, geborene Abeles.
Ich wurde 1892 in eine jüdische Wiener Familie hineingeboren. Nach dem Tod meiner Eltern zog ich nach Berlin. Hier heiratete ich 1914 den Kaufmann Friedrich Franz Fischl. Wir bekamen 3 Kinder, Emil, Kurt und Ilse.

Mit meinen Kindern lebte ich in Berlin Kaulsdorf. 1943 wurden wir nach Auschwitz deportiert. Hier endet meine Geschichte.“

Jedes einzelne Schicksal, in Deutsch, Englisch uns Hebräisch gesungen, ging unter die Haut, ließ niemanden unberührt, lastete schwer auf den Zuhörern.

„Emil – Mein Name ist Emil Fischl.
Ich wurde 1914 als ältester Sohn von Else Veronika Fischl und Friedrich Franz Fischl geboren. In Berlin heiratete ich Amalie Rosenstein. 1941 wurde unser Sohn Jona geboren. Am 4. März 1943 füllte ich eine Vermögenserklärung aus, die meine Mutter der Gestapo abgeben musste. Noch am selben Tag wurden meine Frau, unser Sohn, meine Schwester, meine Mutter und ich, also unsere ganze Familie zuhause abgeholt und nach Auschwitz deportiert. Hier endet unsere Geschichte.“

Eine ganze Familie wurde ausgelöscht durch die Sinnlosigkeit einer Rassentheorie, die Millionen Opfer forderte. Geblieben sind die golden glänzenden Stolperstein, verlegt im Hertwigswalder Steig 8 und im Mädewalder Weg 37 in Kaulsdorf, die auf ewig an die Schicksale der Ermordeten erinnern mögen.

Im Rahmen des Projektes „Gemeinsam musizieren“ komponierten Anfang 2018 je 13 Jugendliche unserer Schule und des Israel Goldstein Youth Village aus Jerusalem zwei Lieder, die nicht nur in unserer Schule, sondern auch im Plenarsaal des Abgeordnetenhauses aufgeführt wurden. Es war eine sehr intensive Woche, in der gemeinsam die Texte geschrieben, die Musik komponiert und immer wieder gemeinsam geprobt wurde, aber es gab auch immer wieder Zeit, um die Gäste aus Israel und Frankreich besser kennen zu lernen und gemeinsam die Kultur- und Gedenkstätten in Berlin zu besichtigen.

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